25.10.16

Zeugs von der SPIEL 2016

Die Messe ist vorbei und ich habe viel zu viel Zeugs mitgebracht. Da ich danach eine Woche Urlaub hatte, konnte ich mich teilweise bereits damit beschäftigen. Es sind eine Menge tolle Sachen dabei.

Ein kleiner Stand verkaufte nicht nur Dutzende von den tollen All-Rolled-Up-Dingern, sondern auch Faltwürfelteller und The Cthulhu Hack. Die Faltwürfelteller sind unnötig, wie nur sonstwas, aber witzig. Und vielleicht sogar praktisch. Auf jeden Fall ist es toller Geekkram. Es gibt sie in klein aus Neopren (verschieden bedruckt) oder in größer aus Kunstleder mit Filz bezogen in verschiedenen Farben. Letztere passen einmal in der Mitte gefaltet genau in ein All-Rolled-Up. Die Links führen zu Beispielen bei Sphärenmeister. Für weitere Ausführungen empfehle ich eine eigenhändige Suche.

Wer sich in letzter Zeit im Internet herumgetrieben hat, konnte den neusten Minihype kaum übersehen. The Black Hack war der Ursprung. Es ist ein kurzes, flexibles und extrem einfaches Retrorollenspiel, für das Hacks (auch kommerziell) veröffentlicht werden dürfen. Es gibt ein paar einfache Klassen. Die Spieler würfeln auf die sechs klassischen Attribute, ggf. modifiziert von der Macht des Gegners. Der Spielleiter würfelt fast gar nicht. Nur wenn sich ein Charaktere nicht gegen den Angriff eines Monsters verteidigen kann, würfelt er den Schaden. Es gibt noch ein paar andere schlaue Kleinigkeiten, doch das soll an dieser Stelle erstmal reichen. The Black Hack hat offenbar bei vielen Spielern einen Nerv getroffen, jedenfalls schießen die Varianten in unglaublichem Tempo aus dem Boden. Einer davon ist The Cthulhu Hack.

Wie man sich denken kann, geht es um cthuloide Investigationen. Das Spiel ist schön gemacht und bringt old-schooligen Charakter in die Cthulhurunde. Es gibt bereits mehrere Quellenbücher dafür. Eines nimmt sich die Geschichte The Haunter in the Dark vor und analysiert sie, wie man sie für das Rollenspiel aufbereiten könnte. Ein erhellendes Lesevergnügen. Ein weiteres bietet Zufallstabellen für die Erschaffung von Monstern und ein drittes liefert Regeln für das (kostenlose) Cthulhusetting Convicts and Cthulhu, das die Tentakeljagd nach Australien zurzeit der Kolonialisierung verlegt. Für die Messe schrieb der Autor noch ein kurzes Abenteuer. All diese Bücher konnte man gedruckt und in verschiedengroßen Boxen kaufen, was ich auch gern tat. Dazu gab es einen witzigen Wahnsinnswürfel, ein beklebter W6, mit dem man auswürfeln kann, wie man wahnsinnig wird - einschließlich Regeln.

Am Uhrwerk-Stand gab es haufenweise Neuigkeiten. Die neue Ausgabe von Malmsturm lag aus. Die limitierte Version in Kunstleder ist schon eine tolle Sache. Für Splittermond gab es auch wieder Neuheiten. Splittermond hatte einen eigenen Stand. Es ist irre, wie viel inzwischen dafür erschienen ist. Meine Gruppe hat gerade beschlossen, auf das blaue System zu wechseln. In zwei Wochen geht es los. Da es eine sehr treue Gruppe ist, wird uns das die nächsten Jahre beschäftigen. Ich werde berichten. Ebenfalls neu war Equinox, ein Science-Fantasy-Rollenspiel in zwei Büchern. Große Helden mit Kräften, die in Richtung Superhelden tendieren. Die beiden Bücher sind quadratisch und sehr hübsch. Ich konnte sie Patric als Reziexemplare aus dem Kreuz leiern. Details werden also folgen. Mein erster Eindruck ist schon mal sehr positiv. Für Gammaslayers erschien Postfalica, ein Quellenbuch über einen verstrahlten Landstrich mit neuen Regeln und massenweise Infos. Das Buch ist schön geworden. Ich bin ja ohnehin ein Gammaslayersfan.

Bei Pegasus gab es gleich drei Veröffentlichungen für Cthulhu. Prag ist eine ungewöhnliche Kampagne in einer ungewöhnlichen Stadt. Redakteur Daniel hat alles gegeben, um etwas wirklich Besonderes zu machen, was ihm mithilfe der diversen fleißigen Mitarbeiter auch gelungen ist. Mein Beitrag war wie üblich eher klein, doch immerhin sind ein zentrales Abenteuer, ein Kurzabenteuer und ein paar kleinere Quellentexte aus meiner Feder. Ich bin gespannt, wie der neue Weg ankommt. Wie in letzter Zeit üblich gab es auch ein Spielerbuch dazu, das spielertaugliche Infos über die Stadt und Platz für Notizen enthält, sodass man ein Kampagnentagebuch daraus machen kann. Der letzte Band heißt Dreißig und enthält vier Abenteuer, die jeweils irgendwas mit der Dreißig zu tun haben. Es ist der Band zu 30 Jahre Cthulhu in Deutschland.


Erdenstern hat eine neue CD herausgebracht. The Urban Files läuft gerade im Hintergrund, während ich diese Zeilen schreibe. Es ist die Hintergrundmusik für das noch immer nicht auf deutsch erschienene Dresden-Files-Rollenspiel. Noir, ein wenig Jazz und schöne erdensternige Stimmung. Eva war so nett, mir die CD, die ich kaufen wollte, als Reziexemplar zu geben. Ein genauerer Bericht folgt also. Nächstes Jahr hat Erdenstern übrigens etwas ganz Besonderes vor. Sie wollen einen Life-Auftritt vorbereiten! Das wird bestimmt großartig. Nächstes Jahr gibt es eine Kickstarterkampagne dazu. Anders lässt sich so ein Traum nicht finanzieren. 2018 soll dann der große Auftritt sein. Das kann nur gut werden.

Nicht zuletzt war ich am Stand von System Matters, wo eine Vorabansicht ihrer neuen Übersetzung Kagematsu stand. Es ist ein Indie-Rollenspiel der ganz besonderen Art, ein tolles Experiment, das ich dringend ausprobieren muss. Es dürfte in den nächsten Tagen zu kaufen sein. Und natürlich konnte man dort auch In der Ferne erstehen, das erste Quellenbuch für das großartige Beyond the Wall. Es ist wieder eine wunderhübsche Mappe geworden und ich habe mich sehr über mein Belegexemplar gefreut, das ich wegen meiner Hilfe beim Lektorat bekam.

Bei einem Brettspielstand habe ich mir Pandemic - Die Herrschaft des Cthulhu gekauft. Es ist das Pandemiebrettspiel mit cthuloidem Thema. Mein erster Spieltest im Urlaub fiel sehr positiv aus. Ein tolles Spiel, hübsch gemacht und spaßig. Was ich mir nicht gekauft habe, war Tyrants of the Underdark, das neue D&D-Brettspiel. Ich musste erstmal ein bisschen darüber lesen. Was ist inzwischen erfahren habe, klingt sehr gut. Vielleicht besorge ich es mir doch noch.

Damit hatte ich zu viel Geld ausgegeben und die Zeit war auch schon wieder vorbei. Dieses Jahr war die Messe zumindest für mich spannende als die Jahre davor. Mal gucken, was es nächstes Jahr so gibt.

Kommentare:

  1. Glückwunsch zu "The Cthulhu Hack"! Das ist wirklich ein schönes kleines Spiel, irgendwo zwischen Freiform, Old School und Indie. Anders als "The Black Hack" sind die Regeln gut verständlich, weil genug erklärt. Ich mag die Regeln auch lieber, als die von Cthulhu/Call of Cthulhu, da sie nicht mehr tun als Abenteuer im Stil der lovecraft'schen Vorlagen aktiv zu unterstützen. Handwedelei ist da nicht nur nicht nötig sondern auch alles andere als sinnvoll.

    "Retro" finde ich bei der Beschreibung des Spiels tatsächlich etwas irreführend. Etliche der Mechanismen sind ausgesprochen modern/indie. Wenn man "retro" will, dann greift man besser zu "Realms of Crawling Chaos", dem Cthulhu-Supplement für Labyrinth Lord. Für konventionelles Rollenspiel eignen sich Call of Cthulhu, The Shadows of Cthulhu (True20) oder Realms of Cthulhu (Savage Worlds) deutlich besser.

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  2. Ich gestehe, meine Schwerpunkte waren recht ähnlich.

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